| Möglichkeiten der Wundreinigung
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Übersicht: |
Abgestorbenes,
nekrotisches Gewebe muss rechtzeitig und komplett entfernt werden. Nekrosen
begünstigen das Bakterienwachstum, stellen einen Infektionsherd dar und
verhindern die Ausbildung von Granulationsgewebe. Außerdem kann sich unter
schwarzen Nekrose eine eitrige Entzündung unbemerkt in die Tiefe ausdehnen.![]()
Die schnellste
und wirkungsvollste Methode ist das chirurgische Débridement mit Pinzette
und Skalpell. Es ist indiziert bei dicken festen Nekrosekappen sowie bei Anzeichen
einer drohenden Wundinfektion. Ebenso sollten erneut auftretende Nekrosen und
Fibrinbeläge immer wieder chirurgisch abgetragen werden, bis eine vollständige
Wundreinigung erreicht ist. Wir unterscheiden die partielle unblutige Nekrosenausschneidung
am Bett und die radikale, blutige Ausschneidung, die unter Blutstillungsmöglichkeiten
und Schmerzausschaltung im OP durchgeführt wird.
Neben dem chirurgischen Débridement muss die Wunde kontinuierlich gereinigt
und gesäubert werden. Dazu stehen die Möglichkeiten der enzymatischen,
physikalischen und autolytischen Wundreinigung zur Verfügung. Diese Methode
dauern länger, bis sie ihre Wirkung entfalten. Sie sind aber geeignet zur
Fortführung der Wundreinigung nach einem chirurgischen Débridement
bzw. wenn nur noch dünne, oberflächliche
Nekrosen
oder schmierige Beläge vorhanden sind.
Bei der enzymatischen
Wundreinigung erfolgt durch Enzymkombinationen die hydrolytische Spaltung körpereigener
Substanzen. Nekrosen werden angedaut, Koagel und Wundexsudat verflüssigt.
Voraussetzung für die Wirksamkeit der Enzyme ist ein feuchtes Wundmilieu.
Die Handhabung kann je nach Präparat zeitaufwendig sein und einen häufigen
Verbandswechsel erforderlich machen. Ist heutzutage nicht mehr gängig.![]()
Bei der physikalischen
Wundreinigung werden oft feuchte, mit Kochsalz getränkte Kompressenverbände
zur Nekrosenaufweichung eingesetzt. Solche Verbände erfordern einen hohen
Pflegeaufwand, sie sind schlecht zu fixieren und können die umgebende gesunde
Haut mazieren.
Zur Säuberung der Wunde von Gewebsresten, Keimen und abgestorbenen Zellen
sind Wundspülungen mit physiologischer Kochsalz- oder Ringerlösung
geeignet. Zu beachten ist: Die feuchten Kompressenverbände haben eine Dochtwirkung,
wenn sie mit Sekret durchweicht sind. Das heißt, Keime können von
außen in die Wunde transportiert werden.![]()
Physikalische Wundreinigung durch spezielle Wundauflagen
Bei der physikalischen
Wundreinigung durch spezielle Wundauflagen wird überschüssiges Wundsekret
und damit keime und Gewebsreste in der Wundauflage aufgenommen und vom Wundgrund
entfernt. Geeignete Verbände zur Wundreinigung reichen von Vliesverbänden,
die mit kristallinem Kochsalz imprägniert sind, über Aktivkohle-Silber-Auflagen
und Polyurethanschaum-Auflagen und Polyurethanschaum-Auflagen bis zur Gruppe
der hydroaktiven Verbände wie Hydrogele, Hydrokolloide und Alginate. Voraussetzung
für eine ausreichende Wirkung der gewählten Wundauflage ist dabei
der enge Kontakt des Verbandes mit der eigentlichen Wundenfläche.![]()
Bei der autolytischen
Wundreinigung werden durch die Erhaltung eines physiologischen feuchten Wundmilieus
die natürlichen körpereigenen Wundreinigungsmechanismen unterstützt.
Dadurch wird die Entfernung von nekrotischen Gewebe und fibrinösen Belägen
erleichtert. Vor allem hydroaktive Verbände gewähren das dafür
notwendige feuchte Wundmilieu. Hydrogele sind aufgrund ihres hohen Wasseranteils
besonders geeignet, die autolytischen Vorgänge zu fördern und trockene,
nekrotische Beläge aufzuweichen und zu entfernen.![]()
Chronische Wunden wie das Dekubitalulkus sind niemals steril, sondern immer keimbesiedelt ohne infiziert sein zu müssen.
Die Ausbildung
einer manifesten Wundinfektion ist neben der Menge, Art und Virulenz der Erreger
abhängig von der Abwehrkraft des Patienten und vom Zustand der Wunde selbst
(Ausdehnung, Vorhandensein von Fremdkörpern, Nekrosen, Hämatom, Durchblutungsverhältnisse).
Bei einer klinischen Infektion reagiert der Organismus auf das Eindringen von
Bakterien in tiefere Gewebsschichten und in das die Wunde umgebende gesunde
Gewebe mit einer Entzündungsreaktion, die durch die klassischen Entzündungszeichen
wie Rötung, Schwellung, Schmerz, Überwärmung und Funktionseinschränkungen
sowie Eiterbildung im Bereich der Wunde gekennzeichnet ist. Häufig kommt
eine Geruchsbildung hinzu. Fieber, Schüttelfrost und Leukozytose als unspezifische
Symptome können hinzutreten.
Eine ausgedehnte Wundinfektion kann zu einer Osteomyelitis und zu einer systemischen
Infektion (Bakteriämie, Sepsis) führen.
Da alle Dekubitalulzera von Bakterien befallen sind, können Routineabstriche
aus der Wundoberfläche nicht zur Diagnose einer Wundinfektion herangezogen
werden. Da es sich jedoch einigen Jahren gehäuft um MRSA-Infektionen handelt,
kann die Diagnose “MRSA” durch einen Wundabstrich gesichert werden.
Bei schweren Infektionen, die eine systemische Antibiotiabgabe erfordern, ist
zur Keim- und Resistenzbestimmung ein Wundabstrich aus der Tiefe der Wunde und
von den Wundrändern oder eine Gewebebiopsie zu entnehmen. Der oberflächliche
Abstrich gibt keine hinreichende Auskunft übr das Erregerspektrum einer
Wundinfektion.
Eine Wundinfektion
entwickelt sich vor allem auf dem Boden schlecht durchbluteten und nekrotischen
Gewebes mit starkem Bakterienbefall. Gerade bei einem sakralen Dekubitus ist
auch an die Möglichkeit der Kontamination der Wunde von außen, z.B.
durch Stuhlinkontinenz, zu denken.![]()
Die beste Infektionsphrophylaxe wird somit erreicht durch
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